Willkommen bei Apenheul
Täglich geöffnet
von 10.00 bis 17.00
Orang-Utan im Affenpark Apenheul verstorben
Besucher-Liebling kam 2013 aus dem Zoologischen Garten Berlin nach Apenheul
05.06.2026
Apeldoorn, NL. Der niederländische Affenpark Apenheul trauert um Orang-Utan Kevin. Das Tier, das 2013 aus dem Berliner Zoo nach Apenheul kam und seitdem viele Besucher begeisterte, musste aus Tierschutzgründen eingeschläfert werden. Die Gesundheit des inzwischen sehr betagten Orang-Utan-Männchens hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Um ihm weiteres Leiden zu ersparen, traf das Apenheul-Team die schwere Entscheidung zur Euthanasie. Kevin wurde 43 Jahre alt.
Bereits in der vergangenen Woche hatte der Affenpark bekanntgegeben, dass Kevin gesundheitlich sehr angeschlagen war und seine Situation von Tierpflegern, dem Zootierarzt und weiteren Spezialisten engmaschig überwacht wurde. Kevin hatte ein fehlgebildetes Skelett, wodurch seine Beweglichkeit schon immer deutlich eingeschränkt war. Mit zunehmendem Alter verstärkten sich diese Probleme, unter anderem durch den altersbedingten Rückgang seiner Muskelkraft.
Das Team beobachtete und bewertete täglich sein Verhalten, seinen Appetit, seine Aktivität und sein allgemeines Wohlbefinden. „Solche Entscheidungen werden bei uns äußerst sorgfältig getroffen“, erklärt Willeke Huizinga, zoologische Managerin in Apenheul. „Dem geht ein langer Prozess des Beobachtens, Beratens und sehr sorgfältigen Abwägens voraus. Das Wohl des Tieres steht dabei immer an erster Stelle.“ Nach mehreren ausführlichen Beratungen kam das Expertenteam zu dem Schluss, dass Kevins Lebensqualität so stark eingeschränkt war, dass es nur noch diese Möglichkeit gab, weiteres Leiden zu verhindern.
Vom Zoologischen Garten Berlin zum Liebling in Apenheul
Mit seinem Umzug aus Berlin nach Apeldoorn im Jahr 2013 startete für Kevin ein neues Kapitel – und für viele Besucher aus Deutschland eine besondere Bindung an Apenheul. Zahlreiche Gäste aus dem Grenzgebiet und aus Berlin kannten seine Geschichte. Einige besuchten ihn sogar bewusst bei Aufenthalten in den Niederlanden.
Im Park entwickelte sich Kevin schnell zu einer bekannten Persönlichkeit. Mit seiner ruhigen Ausstrahlung und seinem sanftmütigen Charakter wurde er zu einem der Lieblinge von Besuchern und Tierpflegern. Er ließ häufig seine Stimme erklingen. Auffällig war zudem seine große Faszination für Augen – er blickte Menschen intensiv an und blinzelte ihnen oft zu.
Willeke Huizinga: „Unseren Tierpflegern ist der Abschied sehr schwergefallen. Sie haben viele Jahre lang täglich für Kevin gesorgt. Auch die anderen Orang-Utans werden seine Anwesenheit vermutlich vermissen. Orang-Utans sind zwar semi-solitäre Tiere und verbringen viel Zeit allein, sie suchen aber immer wieder den Kontakt zueinander, um Zeit miteinander zu verbringen.“
Bedeutung für die Artenschutzarbeit
In freier Wildbahn sind Orang-Utans vom Aussterben bedroht. Apenheul hatte deshalb darauf gehofft, dass Kevin zur Arterhaltung beitragen würde. Zwei Jungtiere von ihm starben allerdings wenige Tage nach der Geburt, weiterer Nachwuchs blieb aus. Nach seinem Tod wurde Sperma von Kevin gesichert und eingelagert. So kann er möglicherweise posthum doch noch einen Beitrag zum Fortbestand seiner Art leisten.